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Aktuelles:  Rote Luftballons gegen Bundesteilhabegesetz nach Berlin - Mit Inklusion mehr Suchtgefahren - Papenburger Inklusions-Mannschaft trainiert für Bremerhaven - Vorhang öffnet sich für Inklusive Theatergruppe Freigeist - Geschäftsführung und der Bundestagsabgeordnete Markus Paschke (SPD) diskutierten in Dörpener Caritas-Werkstätten
Aktuelles
Rote Luftballons gegen Bundesteilhabegesetz nach Berlin 30.09.2016

Rund 1.000 Menschen aus dem nördlichen Emsland protestierten am Freitag gemeinsam beim landesweitem Aktionstag gegen das geplante Bundesteilhabegesetz

 Papenburg/Börger, 30. September 2016. „Bundesteilhabegesetz – So nicht!“ - knapp 1.000 rote Luftballons, bedruckt mit diesem Ausruf, haben Betroffene, Angehörige und Mitarbeiter der Caritas-Werkstätten Papenburg und Börger sowie von der Tagesbildungsstätte des St. Lukas-Heim zeitgleich aufsteigen lassen, um auf die vielen Benachteiligungen beim Bundesteilhabegesetz aufmerksam zu machen. Damit beteiligten sie sich an eine landesweite Aktion der Caritas-Einrichtungen der Behindertenhilfe in Niedersachsen (AG CEBN).

 Defekte Rollstühle hatte man vor den Einrichtungen platziert: Mit dieser  Symbolik wurde verdeutlicht, dass es mit dem Gesetzesvorhaben derzeit nicht rund läuft. „Wenn alles so bleibt wie geplant, und danach sieht es im Moment aus, haben nach dem neuen Bundesteilhabegesetz weniger Menschen Anspruch auf Eingliederungshilfe“, machte Heinz-Bernhard Mäsker, Geschäftsführer der Caritas-Werkstätten nördliches Emsland deutlich. Denn künftig soll nur noch Eingliederungshilfe bekommen, wer in mindestens fünf von neun Lebensbereichen Unterstützung benötigt. Um tatsächliche Teilhabe zu gewährleisten, müssen auch Menschen ein Recht auf Eingliederungshilfe erhalten, die nur in einem oder wenigen Bereichen Unterstützung benötigen. Das würde nach seinen Worten Menschen isolieren statt inkludieren. Im häuslichen Umfeld soll die Pflegeversicherung als Kostenträger künftig Vorrang gegenüber der Eingliederungshilfe haben. Dadurch droht schwer- und mehrfachbehinderten Menschen die Abschiebung in Pflegeeinrichtungen ohne weitere Förderung. „Eine umfassende und selbstbestimmte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben lässt sich allein über die Leistungen der Pflege nicht erreichen“, sagte Mäsker. Daher wird gefordert, dass Leistungen der Eingliederungshilfe, wie auch aus der Pflegeversicherung Menschen mit Behinderungen gleichrangig zur Verfügung stehen müssen. Probleme zeichnen sich auch im Bereich Wohnen ab. Denn durch die geplante Trennung von Teilhabe- und existenzsichernden Leistungen droht eine Leistungslücke für Menschen, die in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe leben. An dieser Schnittstelle ist die Kostenübernahme nach derzeitigem Stand des Bundesteilhabegesetzes nicht geklärt. Wenn es weniger Geld für das Wohnen gibt, müssen Menschen ihre vertraute Umgebung schlimmstenfalls verlassen.  Wohneinrichtungen nach jetzigem Standard wären künftig nicht mehr finanzierbar. Geschichtlich betrachtet wurden diese Hilfen jedoch über Jahrzehnte entwickelt.

 



Mit Inklusion mehr Suchtgefahren 08.09.2016

Papenburg. Menschen mit Behinderungen sind mit allen Facetten ein Spiegelbild der Gesellschaft. Auch im Suchtverhalten, wie beim gemeinsamen Fachtag „Normal berauscht? Geistige Behinderung und Sucht (k) ein Thema?“ in Papenburg sehr deutlich belegt wurde. Präventionsangebote sollen nun ausgebaut und differenziertere Hilfen entwickelt werden.

Rund 100 Fachteilnehmer aus dem St. Lukas-Heim, dem Vitus Werk Meppen, dem Christophorus Werk Lingen sowie der Fachambulanz Suchtprävention und Rehabilitation des Caritasverband Emsland hörten mehrere Fachvorträge, nahmen an mehreren Workshops teil und diskutierten. „Das neue Bundesteilhabegesetz wird die Inklusion noch stärker in den Fokus nehmen und viele stationäre Settings verändern“, sagt Heinz-Bernhard Mäsker, Geschäftsführer vom St. Lukas Heim in Papenburg. Will heißen: Mit der Inklusion wird auch der Zugang zu Alkohol, Tabak, Betäubungsmittel, aber auch zu neuen Medien für Menschen mit Behinderungen erleichtert. Das stellt auch Karsten Schomaker, Leiter für Ambulantes Wohnen im St. Lukas Heim fest. „Menschen mit Behinderungen werden selbständiger, was natürlich auch zu Problemen führen kann, wenn sie ihre Grenzen nicht einschätzen können. Das betrifft gerade die leicht zugänglichen Mittel Alkohol oder elektronische Medien. Bei letzterem droht eine Internetabhängigkeit“, so Schomaker. Der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie Dr. Markus Weiss geht davon aus, dass die Zahl der Abhängigkeiten bei Menschen mit Behinderungen aufgrund geringerer Reflexionsfähigkeit sogar höher sein dürfte, als die von Menschen ohne Handicaps. Er kritisierte den unbedenklichen Umgang mit Alkohol in der Gesellschaft. „Nicht jeder versteht es, mit berauschenden Getränken sozialverträglich und selbstverantwortlich umzugehen“, so Weiss. Betroffen ist nach seinen Worten auch das ungeborene Leben. So werden in Deutschland pro Jahr 2.200 alkoholgeschädigte Kinder geboren werden, weil Mütter während der Schwangerschaft nicht auf den Konsum verzichten wollten. Nach Worten von Marion Feldmann, Leiterin der Fachambulanz für Suchtprävention und Rehabilitation des Caritasverbandes für den Landkreis Emsland hatte die Tagung das Ziel, das Netzwerk zwischen der Suchthilfe und Behindertenhilfe zu stärken. „Wir in den Fachambulanzen haben zunehmend auch Menschen mit Behinderungen die Rat suchen“, so Feldmann. Da beispielsweise Menschen mit geistigen Behinderungen einer anderen Ansprache bedürfen, werden nach ihren Worten vorhandene Angebote, wie beispielsweise Gruppensitzungen geprüft, ob sie überhaupt für diese Zielgruppe geeignet sind. Dennoch gebe es sehr viel Know How bei allen Mitarbeitern. „Mit der Zusammenführung dieses Wissens und der Erfahrungen wollen wir neue zielgruppengenaue Konzepte erarbeiten“, so Feldmann weiter. Ein Beispiel aus der Praxis nannte Manfred Velt von der Fachambulanz Papenburg, als er die Geschichte der Behindertenhilfe reflektierte. „Anfangs hatten wir Klienten mit geistigen Behinderungen, wie im allgemeinen üblich, noch Fragebögen mitgegeben. Wir haben uns dann über die niedrige Zahl an Rückläufern gewundert. Bis wir dann merkten, dass manche nicht Lesen und Schreiben konnten und wir unser entsprechend  Angebot veränderten“, so Velt. Ein Dank geht an die Caritas Gemeinschaftsstiftung und dem Kriminalpräventionsverein Papenburg (KPV) für die finanzielle Unterstützung.

Foto: Eine stärkere Vernetzung und Prävention wurde beim Caritas- Fachtag Sucht in der Tagesbildungsstätte des St. Lukas-Heim in den Fokus genommen. Unser Foto zeigt (von links)  Heinz-Bernhard Mäsker (Geschäftsführer St. Lukas-Heim,  Heike Budke (Caritas Emsdetten), Manfred Velt (Fachambulanz Papenburg), Karsten Schomaker (Leiter Wohnassistenz Papenburg), Markus Weiss (Facharzt St. Vinzenz Hospital Haselünne) und Marion Feldmann (Leiterin Fachambulanz Caritas Emsland). Foto: St. Lukas-Heim/Jürgen Eden



Papenburger Inklusions-Mannschaft trainiert für Bremerhaven 07.09.2016

St.-Lukas-Heim, Kreissportbund Emsland und Blau-Weiß blicken mit InduS-Team auf erfolgreiches Trainingsjahr zurück

Papenburg. Vor einem Jahr startete bei Blau-Weiß Papenburg 94 eine inklusive Fußballmannschaft. Mit viel Elan trainieren die Jungen und Mädchen mit und ohne Handicaps seither gemeinsam freitags  auf dem Sportplatz am Schulzentrum Kleiststraße im Rahmen des Projektes InduS (Inklusion durch Sport). Nach einem erfolgreichen Saisonabschluss bereitet sich das Team nun auf ein sportliches Aufeinandertreffen für Bremerhaven vor.

 „Die Mannschaft ist vor etwa einem Jahren entstanden“, sagt Anna Siever, Indus-Projektkoordinatorin im nördlichen Emsland und Heilerziehungspflege im St. Lukas-Heim  ist eine Initiative vom Kreissportbund (KSB) und emsländischen Einrichtungen der Behindertenhilfe, wie beispielsweise dem St. Lukas-Heim in Papenburg. Es wurde vor drei Jahren aus der Taufe gehoben und im Laufe dieser Zeit von zahlreichen Sportvereinen, wie beispielsweise dem Blau-Weiß-Papenburg mit Leben gefüllt. Die Idee, in Papenburg eine inklusive Mannschaft zu gründen hatte Jonas Jasper. Er ist seit zwei Jahren Schüler der Fachschule für Heilerziehungspflege und befindet sich nun im Abschlussjahrgang. „Während eines Gespräches unter Freunden haben wir uns gefragt, warum eigentlich Kinder und Jugendliche mit Behinderungen nicht in Regelmannschaften spielen können“, sagte Jasper. Dann lernten er und mehrere Mitstreiter die Projektkoordinatorin Anna Sievers kennen, die kurzerhand einen Kontakt zu Blau Weiß Papenburg vermittelte und das weitere Vorgehen koordinierte. Dann ging alles sehr schnell: Der Integrations- und Inklusionsbeauftragte Hartmut Strehlau bei Blau-Weiß Papenburg sprach mit Übungsleitern, organisierte dann einen  Trainingsplatz und stellte Fördermittel sicher. So kamen ein Team von Trainern und eine bunt gewürfelte Mannschaft zusammen. „Über die Initiative und das Engagement freuen wir uns sehr, denn damit wird auch unser inklusives Projekt Leben wie jeder andere beflügelt, dass wir vor zehn Jahren entwickelten und kontinuierlich ausbauen“, sagt Heinz-Bernhard Mäsker, Geschäftsführer vom St. Lukas-Heim. Innerhalb der Mannschaft und des Trainerteams wurde dann im zweiten Halbjahr ein Ziel vereinbart. „Die Jungs wollen natürlich nicht nur trainieren, sondern auch spielen“, macht Vorstandsmitglied Strehlau deutlich. So trainierten alle  für ein erstes sportliches Aufeinandertreffen mit einer Regelmannschaft.  Beim letzten Saisonabschluss fand ein Freundschaftsspiel große Beachtung, bei dem die Inklusive Mannschaft gegen die Regelmannschaft C3 von Blau Weiß um das runde Leder kämpfte. „Das Fußballspiel fand vor großer Kulisse im Papenburger Stadion am Obenende vor einem Punktspiel der 1. Herren von Blau Weiß Papenburg statt. Mit Freude waren alle dabei“, erinnert sich die Projektkoordinatorin Anna Sievers. Gemeinsam will man nun an den Erfolgen anknüpfen. „Die Spieler trainieren hart, aber sie benötigen Motivation. Wir hoffen, dass wir dauerhaft in einen festen Spielbetrieb kommen, denn natürlich möchten alle auch an Wettkämpfen teilnehmen“, ergänzt Strehlau. Einer dieser sportlichen Aufeinandertreffen ist ein inklusives Turnier in Bremerhaven, dass am 17. September für junge Fußballer zwischen 12 und 15 Jahren stattfindet. Außerdem ist für diese Saison ein Testspiel mit einer anderen Inklusionsmannschaft auf dem Emsland geplant. Wer bei der Inklusionsmannschaft trainieren möchte ist herzlich willkommen. Die einladenden Worte fand der 22jährige Torwart Heiner Lenger.  „Man kann ja einfach mal hingehen, sollte sich vernünftig warm machen, man kann beim gemeinsamen Sport viel Spaß haben und sich natürlich an den Trainingserfolgen erfreuen.

 Foto: Trainieren derzeit gemeinsam für ihren großen sportlichen Auftritt am 17. September: Die inklusive Fußballmannschaft vom Projekt InduS und dem St. Lukas-Heim. Unser Foto zeigt auch die Organisatoren Hermann Plagge vom Kreissportbund (von rechts), Anna Sievers vom St. Lukas Heim und Hartmut Strehlau von Blau-Weiß Papenburg. Foto: Jürgen Eden/St.-Lukas-Heim

Video: Auf YouTube können Sie nach dem Klick auf folgenden Link ein Video sehen:

https://youtu.be/v5cVMGaJal4

 



Vorhang öffnet sich für Inklusive Theatergruppe Freigeist 06.09.2016

Aufführungen im JuZ Papenburg und Leer – Drehbuch anhand von Irgendwie Anders entwickelt

Papenburg. Lampenfieber war Jonas Venema, Sascha Buker, Hermann Niemeyer sowie den weiteren rund 20 Mitspielern auf der Bühne nicht anzumerken. Sie gehören zur inklusiven Theatergruppe „Freigeist“ des Familienentlastenden Dienstes vom St. Lukas Heim Papenburg (FED) und der Caritas Leer. Zur Zeit proben sie noch für ihr erstes Stück „Ich bin wie ich bin“, dass am 17. September mit einer Premiere startet.

„Diese inklusiven Theatergruppe Freigeist hat sich vor etwa einem Jahr ganz neu formiert“, sagt die Theaterpädagogin Gertrud Auge. Ihr gehören Menschen aus verschiedenen Institutionen und Schulen von Papenburg und Leer. Bei dem Stück „Ich bin, wie ich bin“ handelt es sich um ein Werk zum Thema Vielfalt, also bunte Gesellschaft. Im Mittelpunkt der pädagogischen Arbeit stand zunächst die Auseinandersetzung mit dem Buch „Irgendwie anders“. Zentrale Figur dieses Buches ist die Person mit dem Namen „Irgendwie anders“, der abgeschieden auf einem Berg lebte. Als eines Tages jemand vor seiner Tür, den er nicht kannte, war das aus seiner Brille ein „seltsames etwas“. Umso weniger verständlich war es für ihn, als er dann trotz unterschiedlichem Aussehen auch noch behauptete, genau wie er zu sein. „Dieses Buch war natürlich ein guter Aufhänger, um sich damit auseinanderzusetzen, wer eigentlich anders ist“, so die Theaterpädagogin. Das Buch diente zwar als Impulsgeber. Der Inhalt wurde allerdings nicht als starres Drehbuch kopiert. Vielmehr beteiligten sich alle Schauspieler mit ihren Ideen, so dass eigene kleine Geschichten entstanden und einen facettenreichen Rahmen für das Theaterstück bildeten. „Mein Job war es, am Ende die Ideen zu bündeln und zu einem Rahmen zusammenzuführen. In dem Stück geht es um die Zeit, als wir Kinder waren und trotz unserer Unterschiedlichkeit bestenfalls nicht ausgegrenzt waren“, so Auge weiter. Die unterschiedlichen Szenen mit kleinen Geschichten aus dem Alltag laden zum Schmunzeln, aber auch zur Reflexion ein. Es soll dazu einladen, Toleranz und damit das Miteinander zu fördern. Die besondere Herausforderung lag nach Worten der Theaterpädagogin  darin, die unterschiedlichen Charaktere und Altersgruppen zusammenzubringen. „Es macht allen sehr viel Spaß. Alle sind mit viel Eifer dabei“, stellt sie fest. Lampenfieber erwartet die Theaterpädagogin Gertrud Auge übrigens bei ihren Schauspielern auch während der öffentlichen Aufführungen nicht. „Ich bin da selbst wohl aufgeregter“, verriet sie. Von Anfang an Zustimmung erfuhr das Stück auch bei der Geschäftsführung vom St. Lukas Heim. „Das Projekt geht gleich mehrfach auf die gesellschaftlichen Prozesse der Inklusion ein. Einerseits inhaltlich mit den unterschiedlichen Darbietungen. Andererseits aber auch, weil Menschen mit und ohne Behinderung zusammen auf der Bühne stehen“, freut sich Heinz-Bernhard Mäsker, Geschäftsführer vom St. Lukas-Heim in Papenburg. Premiere wird am Sonnabend dem 17. September um 19 Uhr im JuZ Leer gefeiert. Weitere Aufführungen sind dort am Sonntag, 18. September um 15 Uhr und am Dienstag, 20. September um 10 Uhr vorgesehen. Im Papenburger JuZ öffnet sich der Vorhang am Montag, 19 September um 10.30 Uhr sowie um 13.30 Uhr. Karten sind ab sofort im Vorverkauf zum Preis von 2 Euro per Email-Bestellung (mail@gertrudauge.de) erhältlich.

Foto: Die inklusive Theatergruppe "Freigeist" hat die Proben erfolgreich absolviert und führt in den kommenden Tagen das erste Stück im JuZ Papenburg und JuZ Leer auf. Foto: Jürgen Eden/St. Lukas Heim

Einen kleinen Video-Einblick in die Theatergruppe gibt es zudem hier zu sehen.



Geschäftsführung und der Bundestagsabgeordnete Markus Paschke (SPD) diskutierten in Dörpener Caritas-Werkstätten 30.06.2016

Entwurf vom Bundesteilhabegesetz grundsätzlich gut - aber Caritas-Werkstätten sehen noch viele  Fragezeichen

Dörpen. Das neue Bundesteilhabegesetz geht in die richtige Richtung, darf aber nicht dazu führen, dass die Bürokratie weiter zunimmt. Verlierer wären Menschen mit Behinderungen. Das wurde bei einem Besuch des Bundestagsabgeordneten Markus Paschke (SPD) in der Caritaswerkstatt nördliches Emsland in Dörpen deutlich.

Aktuell liegt ein Referentenentwurf vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales vor. Hintergrund für den politischen Vorstoß ist die UN-Behindertenrechtskonvention und der Koalitionsvertrag zwischen der CDU und SPD. Darin wurden als Kernziele mehr Selbstbestimmung und umfangreichere Teilhabe vereinbart. "Teilhabe statt Fürsorge - das wollen wir mit dem Gesetz für Menschen mit Behinderungen erreichen", sagte Paschke. Der Gesetzentwurf sei ein großer Schritt in diese Richtung.

Geschäftsführer Heinz-Bernhard Mäsker begrüßt grundsätzlich den Vorstoß, die Inklusion zu intensivieren. „Das wird bei uns bereits vielfach durch Außenarbeitsplätze, den Berufsbildungsbereich, aber auch durch das Projekt "Leben wie jeder andere" praktiziert“, sagte er. Beim Bundesteilhabegesetz müsse man jedoch sehr genau hinschauen. Denn unterm Strich müsse es deutliche Verbesserungen für Menschen mit Behinderungen und ihren Angehörigen geben. "Genau das ist das Ziel", sagte Paschke. Der Gesetzentwurf bringe erhebliche Verbesserungen beispielsweise bei der Anrechnung von Einkünften und Vermögen und erleichtere Menschen mit Behinderung den Zugang zum ersten Arbeitsmarkt.  Auch mit dem Herauslösen der Eingliederungshilfe aus dem System der Sozialhilfe komme man den Wünschen vieler Menschen mit Behinderung entgegen.

Der Referentenentwurf sei derzeit allerdings noch mit vielen Fragezeichen behaftet, meinte Mäsker. Das Juristendeutsch klingt nach seinen Worten im Ergebnis oft härter, als das, was von der Politik als Ziel formuliert wurde. Als Beispiel wurde die künftige Definition des leistungsberechtigten Personenkreises genannt. Jeder Einzelfall werde nach dem neuen Gesetzentwurf erneut geprüft. Für eine optimale Förderung müssen fünf Einschränkungen in unterschiedlichen Lebensbereichen vorliegen. Sind es zu wenig, fallen Menschen mit Behinderungen aus der Förderung. Sind es zu viele, könne sogar ein Übergang mit Leistungen aus der Pflegeversicherung drohen, bei der nicht die Rehabilitation den Förderschwerpunkt bilde.

Ähnlich könnte sich die Situation im stationären Bereich darstellen. Dort soll künftig anhand eines Punktesystems (Item) der Pflege- und Förderbedarf für Fachleistungen ermittelt werden. Jede einzelne Maßnahme müsse beantragt werden. Für die reinen existenzsichernden Maßnahmen, beispielsweise die Wohn- und Nebenkosten wären die Kommunen zuständig. Allerdings müssen auch hier in jedem Einzelfall neue Anträge gestellt werden. Außerdem sollen die Kostenerstattungen nicht mehr wie bisher an die Leistungserbringer, sondern direkt an die Klienten ausgezahlt werden. „Das ist unpraktikabel und würde ein stringentes Inkasso voraussetzen, wie es wohl keiner will“, sagt Mäsker. Damit habe man bereits in der Vergangenheit mit anderen Leistungen sehr schlechte Erfahrungen gemacht.  Denn nicht selten werden die Mittel durch Klienten anderweitig verwendet. Nach Mäsker Einschätzung laufen Einrichtungen Gefahr, auf den Kosten sitzenzubleiben. Genau hinschauen müsse man auch beim „Budget für Arbeit“, das im Zuge des neuen Gesetzes eingeführt werden soll. „Wir haben eine Schutzfunktion gegenüber unseren Beschäftigten“, sagte Werkstattleiter Hubert Vinke. So müsse auch in Zukunft sichergestellt werden, dass es eine Werkstattverordnung mit Mindeststandards, eine Sozialversicherungspflicht und einen weiterhin hohen Qualitätsstandard gebe. „Wir müssen unsere Menschen mit Behinderungen schützen, dass sie nicht in einem gewinnorientierten Betreiber landen, der eine Halle anmietet und ohne die hohen Standards arbeitet, wie sie bei uns verbindlich sind“, so Vinke.

Paschke machte abschließend deutlich, dass der Besuch vor allem den Hintergrund habe, sich über die aktuelle Situation vor Ort zu informieren. Die Informationen aus Dörpen nimmt er mit nach Berlin, wo das Gesetz jetzt in die parlamentarischen Beratungen geht. "Oberstes Ziel ist es, dass mehr Menschen mit Behinderung ein selbstbestimmtes Leben führen können und damit an der Gesellschaft teilhaben. Das wird auch im weiteren Gesetzgebungsverfahren im Mittelpunkt stehen", sagte Paschke.

 

Foto: Der Bundestagsabgeordnete Markus Paschke (Bildmitte) besuchte die Caritas-Werkstätten nördliches Emsland in Dörpen, um sich im Gespräch mit Werkstattleiter Hubert Vinke (zweiter von links) und Geschäftsführer Heinz-Bernhard Mäsker ein Bild über die möglichen Auswirkungen des Bundesteilhabegesetztes zu machen. Foto: Caritaswerkstätten/Jürgen Eden



Vielfältige Zukunftsaussichten für Heilerziehungspfleger vom St. Lukas Heim 30.06.2016

Papenburg. Als in der vergangenen Woche 28 Absolventen der Fachschule für Heilerziehungspflege vor den Altar der St. Josef Gemeinde im Vosseberg traten, lagen drei Jahre intensiven Lernens hinter ihnen. Unter dem Titel „Hakuna Matata“ feierten sie den Abschluss der intensiven Zeit in dem Teilbereich vom St. Lukas Heim.

Schülerinnen und Schüler aus dem ersten Ausbildungsjahrgang hatten den sehr lebendigen Festgottesdienst vorbereitet. Eine gute Tradition ist es, dass auch viele Menschen mit Behinderungen an den Abschlussfeiern teilnahmen. Denn während der Ausbildung haben sie bereits die angehenden Fachkräfte aus der staatlich anerkannten Fachschule kennenlernen können. Der Titel des Festgottesdienstes „Hakuna Matata“ bedeutet, dass es keine Probleme gebe oder umgangssprachlich alles in bester Ordnung sei. Diese Aussage konnten die Absolventen gleich mehrfach für sich in Anspruch nehmen: Alle hatten das schriftliche Examen bestanden und auch die acht Kandidaten der mündlichen Prüfung konnten den Prüfungsausschuss überzeugen. Entsprechend erleichtert waren nicht nur die Absolventen, sondern auch ihre Angehörigen, die ebenfalls das Gotteshaus füllten. Der Geschäftsführer vom St. Lukas Heim Heinz-Bernhard Mäsker machte am Rande der Festveranstaltung  deutlich, dass die Jobaussichten bei guter, tariflicher Bezahlung nach wie vor gut bis sehr gut seien. „Trotz der guten Bezahlung ist die Berufswahl jedoch eine Berufung“, so Mäsker weiter, der allen Absolventen Respekt für ihre bisherigen Leistungen zollte. Schulleiter Volker Weihrauch wies indes auf die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der Fachkräfte hin. Denn nicht nur im St. Lukas-Heim, sondern auch in vielen anderen Häusern und Einrichtungen werden gut ausgebildete Mitarbeiter händeringend gesucht. Als künftige Betätigungsfelder kommen Pflegeberufe in ambulanten und stationären Einrichtungen in Betracht. Aber auch im intensivmedizinischen Bereich sowie in Kindertagesstätten werden Stellen mit Heilerziehungspflegern und damit mit anerkannten Pflegefachkräften besetzt. Einige Absolventen  fassen nach seinen Worten nach den Sommerferien ein Studium ins Auge. Veränderungsprozesse sorgen nach seinen Worten dafür, dass der Beruf abwechslungsreich und interessant bleibe. So gebe es immer wieder neue Entwicklungen und Erkenntnisse in der Medizin und der Pflege, neue Lehrmeinungen und ein verändertes berufliches Selbstverständnis in der Behindertenarbeit. „Als ich vor 29 hier anfing, gab es nur Wohnheime, eine Werkstatt und einen Kindergarten. Somit war das Verständnis von Behindertenarbeit auch ein anderes. Der Mensch mit Behinderung ist heute  ein gleich berechtigter Partner“, so Weihrauch. Vor dem Hintergrund der Inklusion rücken zudem Inhalte der Sozialraumorientierung, Teilhabe, Empowerment und Persönliches Budget stärker in den Vordergrund. Neue Schülerinnen und Schüler stehen bereits in den Startlöchern. Denn die Ausbildung beginnt jeweils am 1. August. Bereits jetzt werden Bewerbungen für das Schuljahr 2017/2018 abgenommen. Die Bewerbungsfrist endet am 30. November 2016. Weitere Infos und Kontakt: Volker Weihrauch, Telefon 04961/925270, E-Mail: v.weihrauch@st-lukas-heim.de

Foto: 28 Absolventen der Fachschule für Heilerziehungspflege in Trägerschaft vom St. Lukas Heim Papenburg feierten in der St. Josef Kirche im Vosseberg einen Dank-Gottesdienst. Zahlreiche Kollegen, aber auch Menschen mit Behinderungen und Gemeindemitglieder wohnten der Feier bei. Foto: St. Lukas Heim/Jürgen Eden



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